Herstellung von Flaschenkorken mit Polyurethanklebstoffen

Herstellung von Flaschenkorken mit Polyurethanklebstoffen

Die Verarbeitung von Korkgranulat zu Flaschenkorken ist ein Beispiel für verbesserte Ausnutzung nachwachsender Rohstoffe.

Eine Korkeiche wird 150 bis 200 Jahre alt. Nach 40 Jahren kann die erste verwertbare Rinde des Stammes für Flaschenkorken abgeschält werden. Da erst nach 9 bis 12 Jahren weitere Schälungen möglich sind, liefert eine Korkeiche im Mittel weniger als 15 Ernten. Bei diesem natürlich limitierten Angebot ist es sinnvoll, auch die bei der Korkstanzung anfallenden Abfälle und dünnere Rinden von Ästen zu nutzen, um den steigenden Flaschenkorkenbedarf zu decken. Man zerkleinert diese Abfälle bzw. dünnen Rinden zu Granulat, und verklebt dieses mit einem lebensmittelrechtlich zugelassenen Ein- komponenten-Polyurethanklebstoff (1-K-PUR) zu verschiedenen Korkentypen.

Aus dem Granulat werden zuerst in Waschprozessen Mineral- und Gerbstoffe sowie geschmackbeeinflussende Stoffe entfernt. Die Verarbeitung des Granulat-Klebstoff-Gemisches geschieht bei erhöhten Temperaturen nach drei verschiedenen Verfahren, und zwar Extrudieren, Einzelform- oder Plattenpressen. Beim Extrudieren bildet sich ein Strang, der nachfolgend in Korken der geforderten Längen geschnitten wird. Das Einzelformpressen erfolgt in Metallformen, die die Form einer Lochplatte haben. Nach Befüllung mit dem Reaktionsgemisch und Härtung in einer Presse werden die sog. Presskorken aus der Form gedrückt. Beim dritten Verfahren bohrt man aus einer zuvor gepressten Platte die Korken heraus.

Mit den entsprechend dem Verwendungszweck aus unterschiedlichen Granulatqualitäten und in verschiedenen Größen hergestellten Korken wird nun die Endverarbeitung durchgeführt. Diese schließt verschiedene Arbeitsschritte ein, nämlich Schleifen der Ränder bei einfachen Presskorken, Aufkleben je einer Korkscheibe an beiden Seiten bei höherwertigen Weinkorken, Schleifen an einer Seite und Aufkleben von zwei Scheiben an der anderen Seite bei Sektkorken, Waschen und Bleichen mit Peroxid, Sterilisieren und zuletzt Imprägnieren mit Silikongleitmittel. Zum Aufkleben der Scheiben wird seit langem ein Kaseinklebstoff eingesetzt. Diesen ersetzt man in letzter Zeit häufig durch PUR-Hotmelts.

SektkorkenAbb. 53 mit  zwei aufgeklebten
Korkscheiben. (Die Pilzform nimmt
der Kork erst in der Flasche an.)